
Der Vorfall ereignete sich in der Nähe von Pencarnisiog auf der Insel Anglesey, nachdem das Flugzeug vom Stützpunkt RAF Valley gestartet war. Beide Piloten konnten sich katapultieren und werden wegen leichter Verletzungen behandelt. Die Behörden untersuchen die Ursachen, während die Royal Air Force beschlossen hat, den Betrieb von Hawk-Flugzeugen vorsorglich vorübergehend auszusetzen.
(Redaktion: Vereinigtes Königreich / Verteidigung & Sicherheit)
Am Montag stürzte ein Hawk T2-Trainingsflugzeug der Royal Air Force (RAF) in der Nähe des Dorfes Pencarnisiog auf der Insel Anglesey in Wales ab, kurz nachdem es vom Stützpunkt RAF Valley gestartet war. Das Flugzeug befand sich auf einem Ausbildungsflug, als es zu Boden stürzte und die Häuser in der Umgebung nur knapp verfehlte.
Die beiden Piloten katapultierten sich in letzter Sekunde
Von Zeugen aufgenommene und in sozialen Medien verbreitete Aufnahmen zeigen, wie sich die beiden Piloten aus dem Flugzeug katapultieren, bevor die Maschine in einen Sturzflug geriet und abstürzte und in Flammen aufging. Die Polizei von North Wales bestätigte, dass die beiden Piloten wegen leichter Verletzungen behandelt werden und keine weiteren Opfer oder größeren Schäden am Boden gemeldet wurden. Zwei Rettungshubschrauber brachten die Piloten zum Queen Elizabeth Hospital in Birmingham, wo sich das Royal Centre for Defence Medicine befindet.
Zeugen: „Ein Wunder, dass es am Boden keine Opfer gab“
Richard Owen, Eigentümer des Afallon Caravan Park, erklärte, er habe zunächst einen Knall und dann einen zweiten gehört, gefolgt von Flammen. „Es landete direkt auf der anderen Seite des Parks. Überall lagen Trümmer“, berichtete er. Ein weiterer Zeuge, Ollie Zalot, befand sich auf der Autobahn A55, als er eine laute Explosion hörte und dichten Rauch sah. „Mir wurde klar, dass es kein Lagerfeuer war. Ich hatte Angst, dass Menschen am Boden verletzt worden sein könnten, weil es sehr nahe an den Gebäuden schien“, sagte er.
Der örtliche Gemeinderat Neville Evans erklärte, es sei „ein sehr glücklicher Ausgang gewesen, wenn man bedenkt, wie nahe der Absturz am Dorf und am Caravanpark war“.
RAF setzt Hawk-Flüge vorübergehend aus
Nach dem Vorfall teilte die RAF mit, dass sie vorsorglich für die Dauer der Untersuchung beschlossen habe, den Betrieb von Hawk-Flugzeugen vorübergehend auszusetzen. Hawk T1 und T2 sind zweisitzige, transsonische Trainingsflugzeuge, die zur Ausbildung von Kampfpiloten eingesetzt werden. Die Aussetzung betrifft auch das Kunstflugteam Red Arrows, das das T1-Modell verwendet, obwohl bis zum Ende der Woche in Le Touquet, Frankreich, keine Flüge des Teams geplant waren.
Offizielle Reaktionen
Der britische Verteidigungsminister Wes Streeting erklärte, beide Besatzungsmitglieder hätten sich katapultiert und befänden sich nun im Krankenhaus. „Wir untersuchen, wie und warum dies geschehen ist. Zunächst wünschen wir ihnen eine schnelle Genesung“, sagte er. Der Premierminister von Wales, Rhun ap Iorwerth, erklärte, er sei „sehr erfreut und erleichtert“, dass die Piloten nicht schwer verletzt worden seien. Die Bürgermeisterin des Ortes, Llinos Medi, übermittelte den Piloten und dem Personal des RAF-Stützpunkts Valley eine Unterstützungsbotschaft.
Hintergrund: RAF Valley, ein wichtiges Ausbildungszentrum
RAF Valley ist eine der wichtigsten Ausbildungsbasen des Vereinigten Königreichs für Kampfpiloten. Dort werden Generationen von Piloten ausgebildet, außerdem ist der Stützpunkt Sitz des Mountain Rescue Service. Prinz William war dort zwischen 2010 und 2013 als Such- und Rettungspilot tätig.
Fazit
Der Vorfall auf Anglesey rückt erneut die Risiken des Berufs eines Militärpiloten und die Bedeutung von Schleudersitzsystemen in den Fokus, die den beiden Ausbildern das Leben gerettet haben. Die Untersuchung wird die genauen Ursachen des Absturzes klären, während die vorübergehende Aussetzung der Hawk-Flüge eine Vorsichtsmaßnahme darstellt, um weitere Tragödien zu verhindern. Es bleibt abzuwarten, wie lange die Einschränkung dauern wird und welche Maßnahmen ergriffen werden, um die Sicherheit der Ausbildungsflüge zu gewährleisten.







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