
Ein gewöhnlicher Mittwochnachmittag wurde für rund 70 Fahrgäste in Flämisch-Brabant zum Albtraum. Ein Güterzug entgleiste und ein vorbeifahrender Personenzug wurde seitlich getroffen. Die Scheiben zerbarsten, und die Fahrgäste saßen zwischen den Bahnhöfen fest. Glücklicherweise wurde niemand verletzt, doch ein erheblicher Teil des Bahnverkehrs kam zum Erliegen.
(Redaktion: Belgien / Infrastruktur & Sicherheit)
Am Mittwochnachmittag gegen 16:30 Uhr wurde die Ruhe im Bereich des Bahnhofs Ternat in der Provinz Flämisch-Brabant durch einen ohrenbetäubenden Knall unterbrochen. Ein Güterzug entgleiste; seine Waggons blockierten teilweise das benachbarte Gleis. Genau in diesem Moment näherte sich ein Personenzug auf der Strecke Brüssel-Luxemburg–Aalst dem Bahnhof. Da nicht genügend Zeit und Platz zum Ausweichen blieb, streifte der Personenzug seitlich den zweiten und dritten Waggon des entgleisten Güterzugs.
„Ich hörte einen lauten Knall“
Die Wucht des Aufpralls war für alle Menschen an Bord deutlich zu spüren. Obwohl es sich nicht um einen Frontalzusammenstoß handelte, reichte die Kraft aus, um die Fenster des Personenzugs zu zerbrechen.
„Es fühlte sich an, als hätte sich etwas verhakt, als die beiden Züge aneinander vorbeifuhren. Dann hörte ich einen lauten Knall. Die Scheibe in der Tür des Waggons hinter mir bekam einen Riss“, berichtete ein Fahrgast der belgischen Presse.
Die Bürgermeisterin von Ternat, Ines Swaelens, bestätigte den Unfallhergang: „Die Züge trafen seitlich aufeinander, weshalb Glassplitter aus den Fenstern im Personenzug landeten.“ Die Rettungskräfte waren rasch vor Ort. Die rund 70 Fahrgäste, die im Zug im Bereich Essene-Lombeek festsaßen, wurden sicher evakuiert.
Keine Verletzten, aber große Panik
Die gute Nachricht: Bei dem Zusammenstoß wurde niemand körperlich verletzt. Einige Fahrgäste erlitten jedoch Panikattacken und waren von dem Geschehen stark mitgenommen. Um den Gestrandeten zu helfen, richteten die belgische Eisenbahngesellschaft NMBS und der Infrastrukturbetreiber Infrabel kurzfristig einen Ersatzbusdienst ein.
Chaos im Bahn- und Straßenverkehr
Auch ohne Verletzte sind die logistischen Folgen erheblich. Der Zugverkehr zwischen Jette und Denderleeuw ist vollständig unterbrochen. Die Behörden gehen davon aus, dass es einige Zeit dauern wird, bis der Verkehr wieder aufgenommen werden kann. Reisenden wird empfohlen, ihre Verbindungen vor der Abfahrt in den offiziellen Apps zu überprüfen.
Auch vor Ort ist die Lage schwierig. Zwei Bahnübergänge wurden gesperrt, sodass Autofahrer Umleitungen nutzen müssen. Die Eisenbahnpolizei nahm vor Ort Ermittlungen zu den genauen Umständen auf, die zur Entgleisung des Güterzugs geführt haben.
Fazit
Der Unfall in Ternat erinnert daran, wie empfindlich die Infrastruktur ist, auf die wir uns täglich verlassen. Ein technischer Zwischenfall mit einem Güterzug hätte beinahe eine weitaus größere Tragödie ausgelöst. Dass alle Fahrgäste unverletzt geblieben sind, ist eine große Erleichterung. Die Untersuchung muss jedoch klären, ob der Defekt, der zur Entgleisung führte, ein Einzelfall war oder ein Warnsignal für den Zustand des regionalen Schienennetzes ist.






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