
Ein Eurowings-Flug von Rhodos nach Deutschland wurde zu einem größeren medizinischen Zwischenfall, nachdem mehrere Passagiere erbrechen mussten und über Bauchschmerzen klagten. Nach der Landung aktivierte der Flughafen den Alarm für einen Massenanfall von Verletzten, und medizinische Teams in Schutzanzügen gingen an Bord. Drei Personen kamen ins Krankenhaus.
Redaktion: Deutschland & Griechenland / Gesundheit & Reisen
Panik an Bord
Ein Urlaub auf Rhodos sollte Strand, Sonne und Erholung bedeuten. Für die Passagiere des Eurowings-Flugs EW9631 wurde der Rückflug nach Düsseldorf am 18. Oktober jedoch zu einem Erlebnis, das sie so schnell nicht vergessen dürften. Aus einem gewöhnlichen Flug wurden eine priorisierte Landung, erhöhte Alarmbereitschaft am Flughafen und ein medizinischer Einsatz mit Ausrüstung für eine mögliche biologische Gefahrenlage.
Priorisierte Landung und Großeinsatz
Nach Angaben von Zeugen, die von internationalen Medien zitiert wurden, begann der Vorfall während des Flugs. Zwei Passagiere wurden plötzlich krank und litten unter Erbrechen und Magenkrämpfen. Die Kabinenbesatzung reagierte rasch und setzte Schutzmasken auf. Die 28-jährige Passagierin Nathalie sagte dem öffentlich-rechtlichen Sender WDR, Norovirus sei als wahrscheinliche Ursache genannt worden, da die Symptome typisch gewesen seien. Magen-Darm-Erkrankungen seien in großen Hotelanlagen auf Rhodos seit Langem ein Thema. Die meisten der 212 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder schienen gesund, doch die Unsicherheit in der Kabine wuchs.
90 Minuten Ungewissheit
Bei der Landung in Düsseldorf standen bereits Krankenwagen und Feuerwehrfahrzeuge auf dem Rollfeld. Der Flughafen löste vorsorglich einen Massenanfall-Alarm aus, damit genügend medizinische Kräfte bereitstanden, falls weitere Menschen erkranken sollten. Die Flughafenfeuerwehr setzte acht Einsatzfahrzeuge ein; zusätzliche Kräfte der städtischen Feuerwehr und Rettungsdienste unterstützten sie. Der übrige Flugverkehr blieb unbeeinträchtigt. Kim, 34, die mit ihrem Mann und zwei Kindern reiste, empfand den großen Aufmarsch zunächst als übertrieben, verstand aber die Vorsichtsmaßnahmen bei einem möglicherweise ansteckenden Virus.
Die Sorge vor einem Ausbruch auf Rhodos
Die Passagiere durften zunächst nicht aussteigen. Rund 90 Minuten blieben sie an Bord, während medizinisches Personal in vollständiger Schutzkleidung die Reisenden untersuchte, Fieber maß und nach Symptomen fragte. Drei Passagiere wurden vorsorglich ins Krankenhaus gebracht. Reisende ohne Beschwerden durften ihre Heimreise fortsetzen. Eurowings erklärte, bislang sei unklar, ob eine Infektion oder eine Lebensmittelvergiftung die Ursache gewesen sei. Die Untersuchung dauerte an.
Fazit
Obwohl die Fluggesellschaft die Ursache nicht bestätigt hatte, richtete sich die Aufmerksamkeit rasch auf Berichte über einen möglichen Norovirus-Ausbruch auf Rhodos, der bereits seit Juli bestehen soll. Berichten zufolge hatten große Hotels auf der Insel seit Monaten mit Magen-Darm-Erkrankungen unter Urlaubern zu tun. Noroviren sind hoch ansteckend und verbreiten sich in geschlossenen Räumen wie Flugzeugkabinen schnell. Sie verursachen eine akute Magen-Darm-Entzündung mit Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen; die Beschwerden dauern meist 12 bis 48 Stunden. Für gesunde Menschen ist die Erkrankung normalerweise nicht lebensbedrohlich, für kleine Kinder, ältere Menschen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann sie jedoch gefährlicher sein.
Der Vorfall auf Flug EW9631 zeigt, wie aus einem Gesundheitsproblem an einem Urlaubsort binnen weniger Stunden ein grenzüberschreitender Notfall werden kann. Der Flughafen Düsseldorf und Eurowings mobilisierten vorsorglich umfangreiche Hilfe, statt eine mögliche Ausbreitung zu riskieren. Auf Reisen bleiben sorgfältige Hygiene und Aufmerksamkeit für Symptome wichtig. Noroviren brauchen keinen Pass, um Grenzen zu überschreiten.






Leave a Reply