
Die Gewerkschaftsdemonstration am Freitag verlief weitgehend friedlich, doch Gruppen von Randalierern verursachten in der Brüsseler Innenstadt erhebliche Schäden. Fahrzeuge und Busse wurden beschädigt oder in Brand gesetzt; die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Die Staatsanwaltschaft überstellte 21 Personen, darunter 17 Minderjährige, der Justiz und kündigte ein konsequentes Vorgehen an.
(Redaktion: Belgien / Justiz & Gesellschaft)
Nach der nationalen Gewerkschaftsdemonstration am Freitag, dem 9. Oktober 2026, kam es in mehreren Bereichen der Brüsseler Innenstadt zu schweren Ausschreitungen. Der Hauptmarsch verlief weitgehend friedlich; Gruppen von Randalierern richteten jedoch Schäden an und gerieten mit den Ordnungskräften aneinander.
21 Personen der Justiz überstellt, darunter 17 Minderjährige
Die Brüsseler Staatsanwaltschaft teilte am Samstag mit, dass im Zusammenhang mit den Ausschreitungen 21 Personen den Justizbehörden zur Verfügung gestellt wurden. Darunter sind 17 Minderjährige und vier Erwachsene. Sie sollten im Laufe des Tages vernommen werden. Zu den mutmaßlichen Straftaten zählen:
- Vorsätzliche Brandstiftung
- Bewaffneter Widerstand
- Gewalttaten
- Vandalismus
- Waffenbesitz
- Bedrohungen
Die Staatsanwaltschaft hat nicht angegeben, welche Taten den einzelnen Personen konkret vorgeworfen werden.
Drei zusätzliche Magistrate eingesetzt
Angesichts der Zahl der Verfahren und der Schwere der mutmaßlichen Taten setzte die Brüsseler Staatsanwaltschaft drei zusätzliche Magistrate ein. Damit sollen die Fälle effizienter bearbeitet und die Ermittlungen vorangebracht werden.
Schäden an Bussen, Fahrzeugen und Stadtmobiliar
Nach Angaben der Behörden wurden Busse, Autos und Stadtmobiliar beschädigt oder in Brand gesetzt. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, um die beteiligten Gruppen auseinanderzutreiben und die Ordnung wiederherzustellen.
Staatsanwaltschaft: Meinungsfreiheit bedeutet auch Respekt
In einer offiziellen Mitteilung betonte die Brüsseler Staatsanwaltschaft, dass die Meinungsfreiheit in einem Rechtsstaat grundlegend sei, der Respekt gegenüber anderen und gegenüber dem öffentlichen Raum jedoch ebenso wichtig sei. Sie kündigte eine strenge und systematische strafrechtliche Reaktion auf die Vorfälle vom Freitag an.
Forderung nach Nulltoleranz
Vincent Houssin, Vertreter der Polizeigewerkschaft VSOA, forderte Nulltoleranz gegenüber Personen, die Chaos verursachen. Er rief die Behörden dazu auf, schneller und entschlossener gegen diejenigen vorzugehen, die friedliche Demonstrationen in Gewaltszenen verwandeln.
Hintergrund: anhaltende Spannungen in der Hauptstadt
Die Ausschreitungen folgen auf weitere Vorfälle der vergangenen Wochen, darunter einen Angriff auf eine Polizeiwache in Haren, bei dem nachts ein Polizeifahrzeug angezündet wurde. In der Hauptstadt fanden zuletzt auch Studentenproteste gegen Sparmaßnahmen im französischsprachigen Bildungswesen in Wallonien statt.
Wie geht es weiter?
Die 21 Personen sollten vernommen werden; anschließend entscheidet die Staatsanwaltschaft über weitere Maßnahmen. Die Ermittlungen dauern an. Weitere Festnahmen sind möglich, sobald Überwachungsvideos und Zeugenaussagen ausgewertet wurden.






Leave a Reply