
Die Gewerkschaften der Fluglotsen von Skeyes haben die nächtlichen Streikaktionen am Brussels South Charleroi Airport mit sofortiger Wirkung ausgesetzt. Die Entscheidung wurde am Mittwochmorgen, dem 23. September 2026, getroffen, um die Verhandlungen über die Nachtzulagen unter der Koordination eines Mediators wieder aufzunehmen. Der Konflikt, der täglich zur Annullierung Dutzender Flüge führte, betrifft die Angleichung der Nachtzulage der Fluglotsen in Charleroi an die ihrer Kollegen in Lüttich, im Zusammenhang mit dem Übergang zum digitalen Kontrollturm in Namur.
Die Fluglotsen von Skeyes, dem belgischen Anbieter von Flugsicherungsdiensten, haben am Mittwoch, dem 23. September 2026, die nächtlichen Streikaktionen am Brussels South Charleroi Airport (BSCA) ausgesetzt. Die Ankündigung erfolgte durch den Gewerkschafter Lennert Mervilde (VSOA/SLFP) gegenüber der Nachrichtenagentur Belga; die Entscheidung trat sofort in Kraft.
„Wir geben dem Dialog eine Chance“
Laut Mervilde haben die repräsentativen Gewerkschaften der Aufnahme von Verhandlungen über die Nachtzulage der Fluglotsen in Charleroi mit Unterstützung eines Mediators zugestimmt. „Damit diese Verhandlungen in einer ruhigen Atmosphäre stattfinden können, setzen wir den Streik mit sofortiger Wirkung aus“, erklärte er. „Wir hoffen, dass auch Skeyes diese Gelegenheit ergreift und dass die neue Verhandlungsrunde zu einer von allen Parteien getragenen Vereinbarung führt, damit der soziale Frieden wiederhergestellt werden kann.“
Hintergrund des Konflikts: Nachtzulagen und der digitale Kontrollturm in Namur
Der soziale Konflikt hat seinen Ursprung in den Unterschieden zwischen den Nachtzulagen der Fluglotsen in Charleroi und denen ihrer Kollegen in Lüttich. Da der digitale Kontrollturm in Namur künftig die Flugverkehrskontrolle für die Flughäfen Charleroi und Lüttich übernehmen soll, fordern die Fluglotsen in Charleroi, dass ihre Nachtzulage an das Niveau der in Lüttich gezahlten Zulage angeglichen wird. Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Management scheiterten Anfang der vergangenen Woche ohne Vereinbarung, woraufhin die Protestaktionen begannen.
Der Nachtstreik und seine Auswirkungen auf die Flüge
Seit dem 16. September streikten die Fluglotsen von BSCA jede Nacht zwischen 22:00 und 08:00 Uhr. Die Arbeitskampfmaßnahme, die bis zum 10. Oktober dauern sollte, führte täglich zur Annullierung von Dutzenden Flügen, sowohl bei Abflügen als auch bei Ankünften, und betraf Tausende Passagiere und Fluggesellschaften am Flughafen Charleroi.
Reaktionen der beteiligten Parteien
Unmittelbar nach der Ankündigung der Gewerkschaften veröffentlichte die Skeyes-Leitung eine Erklärung, in der sie die „Aussetzung der Aktionen am Brussels South Charleroi Airport begrüßt“. Das Unternehmen erklärte, es werde „vollständig an der Mediation teilnehmen und unter der Leitung des Sozialmediators an einer nachhaltigen Lösung arbeiten“. Skeyes „bedauerte zudem die erheblichen Folgen der Aktionen für Passagiere, Fluggesellschaften, den Flughafen sowie seine Mitarbeiter und Partner“.
Mobilitätsminister Jean-Luc Crucke (Les Engagés) hatte am Dienstag, dem 22. September, vorgeschlagen, auf eine externe Mediation zurückzugreifen, um den sozialen Konflikt zu lösen. Die Gewerkschaften nahmen den Vorschlag an, was zur sofortigen Aussetzung des Streiks führte.
Wie geht es weiter?
Die Aussetzung des Streiks bedeutet nicht, dass bereits eine Vereinbarung erzielt wurde. Die Verhandlungen werden unter der Koordination des Mediators stattfinden, und die Gewerkschaften hoffen, dass Skeyes einen akzeptablen Vorschlag vorlegt. Sollten die Gespräche scheitern, könnten die Protestaktionen wieder aufgenommen werden. Vorerst können Passagiere mit geplanten Flügen vom Flughafen Charleroi auf eine schrittweise Rückkehr zur Normalität hoffen, sobald sich die Lage stabilisiert.
(Redaktion: Belgien / Transport & Soziales)






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