
In der Stroomlaan in Kluisbergen ist der Verkehr seit mehreren Wochen eingeschränkt. Arbeiter schweißen gigantische Rohre, die eine 2 Kilometer lange unterirdische Verbindung zur Hochspannungsstation in Avelgem bilden werden. Die Rohre gehören zum Storm-Batterieparkprojekt in Ruien mit einer Kapazität von 200 MW und 800 MWh. Ein zweiter Genehmigungsantrag für weitere 170 MW wird geprüft.
(Redaktion: Belgien / Energie & Infrastruktur)
Seit mehreren Wochen treffen Autofahrer in der Stroomlaan in Kluisbergen auf Ampeln und gesperrte Fahrspuren. Ein Straßenabschnitt ist eingeschränkt, damit beeindruckend große Rohre verschweißt werden können. Sie werden eine unterirdische Verbindung von 2 Kilometern bis zur Hochspannungsstation in Avelgem bilden. Ziel ist der Anschluss des künftigen Storm-Batterieparks in Ruien an das Stromnetz.
Warum werden diese Rohre benötigt?
Laut Unternehmensvertretern werden die Rohre auf der Baustelle des Batterieparks in Ruien aneinander geschweißt. Sie dienen dem Anschluss an das Stromnetz in Avelgem. Kürzlich wurde eine gesteuerte Bohrung unter der Schelde durchgeführt. Wenn alles nach Plan verläuft, werden die Rohre bis Ende September durch diesen langen Tunnel gezogen.
Die Bohrung erfolgt in drei Phasen. Die Pilotbohrung ist abgeschlossen. Derzeit wird das Bohrloch erweitert. Anschließend werden die Rohre in den Boden eingezogen.
Dicke und dünne Rohre, jedes mit seiner eigenen Aufgabe
Auf der Baustelle befinden sich sowohl dicke als auch dünne Rohre. Die dicken sind für Stromkabel vorgesehen, die dünneren für Kommunikation, Erdungsverbindungen und andere Versorgungsleitungen. All dies ist notwendig, damit der Batteriepark sicher und mit voller Leistung betrieben werden kann.
Warum Avelgem und nicht Ruien?
Der Anschluss erfolgt in Avelgem, weil die Hochspannungsstation in Ruien nicht über genügend Kapazität für den 200-MW-Batteriepark verfügt. Auch die neue Ventilus-Leitung soll Avelgem erreichen, wodurch diese Station zum geeigneten Energieknoten für das Projekt wird.
Batteriepark: 180 Container, 200 MW, 800 MWh
Die Arbeiten am Batteriepark in Ruien haben bereits begonnen. Auf dem Gelände werden 180 Container mit Lithium-Ionen-Batterien installiert. Die Gesamtkapazität beträgt 200 MW, die Speicherkapazität 800 MWh. Alles soll innerhalb eines Jahres betriebsbereit sein.
Zweiter Park wartet auf Genehmigung
Parallel hat Storm einen Genehmigungsantrag für einen zweiten Batteriepark mit 170 MW direkt neben dem bestehenden Standort eingereicht. Das Genehmigungsverfahren und die Netzanschlussstudie laufen noch; eine endgültige Entscheidung steht daher noch aus.
Wenn die Genehmigung für den zweiten Park erteilt wird, würde Ruien über eine gesamte Batteriekapazität von 495 MW verfügen.
Ein größerer Zusammenhang
Das Projekt in Ruien ist nicht einzigartig. Ein dritter Batteriepark wird mit einer Kapazität beschrieben, die 60.000 Haushaltsbatterien entspricht. Der Standort gilt aufgrund der bestehenden Infrastruktur als „einzigartig“. Diese Investitionen sind Teil der umfassenderen Bemühungen, das Stromnetz auszugleichen, Energie aus erneuerbaren Quellen zu speichern und die Flexibilität des belgischen Energiesystems zu erhöhen.
Fazit
Die Baustelle in Kluisbergen und Ruien ist ein konkretes Beispiel für die laufende Energiewende. Die 2 Kilometer geschweißten Rohre, die Bohrung unter der Schelde und die Lithium-Ionen-Batteriecontainer sind nicht nur Infrastrukturarbeiten, sondern wichtige Schritte hin zu einem stabileren und umweltfreundlicheren Stromnetz. Es bleibt abzuwarten, ob der zweite Park die Genehmigung erhält und ob Ruien, wie die Pläne nahelegen, zu einem der wichtigsten Energiespeicherknoten Belgiens wird.







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